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Fokussierte und radiäre Stoßwellentherapie

In der Medizin werden Stoßwellen elektromagnetisch mithilfe eines speziellen Geräts, der Schallsonde, erzeugt und auf die betreffende Körperstelle gerichtet. Die Wellen durchdringen Haut und elastisches Gewebe wie Muskeln und Fett, ohne sie zu verletzen. Ihre Energie setzen sie erst frei, wenn sie auf festen Widerstand treffen. So zertrümmern sie etwa Verkalkungen oder Nierensteine.

Neben diesen sogenannten fokussierten Stoßwellen werden gelegentlich auch radiale Wellen eingesetzt. Sie sind energieärmer und breiten sich flächig aus. Ihnen wird nachgesagt, dass sie Gewebe stimulieren und die Durchblutung sowie den Zellstoffwechsel ankurbeln. Dies soll den Heilungsprozess unterstützen und Schmerzen lindern.

Am meisten wird die Stoßwellentherapie in der Orthopädie bei Volkskrankheiten wie Kalkschulter, Fersensporn und Tennisellenbogen eingesetzt. Aber auch bei myofaszialen Schmerzsyndromen, Achillodynie und andere Enthesiopathien (Sehnenansatzreizungen) wird die Stoßwellentherapie erfolgreich angewandt. Die extremen Schmerzen können über Wochen oder Monate anhalten und Bewegungen massiv einschränken. Wenig tröstlich ist da die Erkenntnis, dass diese Fehl- und Überlastungsschäden mit der Zeit meist von selbst heilen. 

Die Standardtherapie hält vor allem Schmerzmittel, Kortison, Salben und Physiotherapie bereit. Helfen diese Maßnahmen nicht, kann eine Operation erwogen werden. Davor steht jedoch häufig die Frage im Raum, wie sinnvoll eine Stoßwellentherapie ist. Da unklar ist, ob die Stoßwellentherapie bewährten Therapien überlegen ist, ist sie nur bei bestimmten Voraussetzungen eine Kassenleistung. Bislang wird sie lediglich für die Diagnose Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei anderen Diagnosen muss sie als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst bezahlt werden.